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WERKZEUG

Peptide richtig lagern

Temperatur, Haltbarkeit und die Fehler, die Substanz kosten.

WERKZEUG · LAGERUNG

Peptide richtig lagern

Wie lange ein Peptid stabil bleibt, hängt vor allem an drei Dingen: Zustand, Temperatur und der Zahl der Temperaturwechsel. Die wichtigsten Richtwerte auf einen Blick.

Lagerbedingungen nach Zustand des Peptids
ZustandTemperaturRichtwert HaltbarkeitWorauf achten
Lyophilisiert, ungeöffnet2 bis 8 °C24 MonateTrocken und lichtgeschützt im Originalvial. Das Trockenmittel im Umkarton nicht entfernen.
Lyophilisiert, Langzeit−20 °C36 Monate und mehrNur sinnvoll, wenn das Vial bis zur Verwendung geschlossen bleibt. Vor dem Öffnen auf Raumtemperatur bringen.
Lyophilisiert, Transportbis 25 °Cwenige TageTrocken sind Peptide kurzzeitig robust. Nach Erhalt zügig kühl stellen.
Rekonstituiert2 bis 8 °C2 bis 4 WochenStark substanzabhängig. Mit bakteriostatischem Wasser länger als mit sterilem.
Rekonstituiert, eingefroren−20 °C in Aliquotsmehrere MonateVor dem Einfrieren aliquotieren. Je Aliquot nur einmal auftauen.

So bleibt es stabil

  • Vor dem Öffnen anwärmenEin kaltes Vial zieht beim Öffnen Luftfeuchtigkeit an. Feuchtigkeit ist der Hauptfeind eines Lyophilisats.
  • Direkt nach dem Ansetzen aliquotierenSo muss je Versuch nur ein Röhrchen aufgetaut werden statt der ganzen Menge.
  • Beschriften mit Substanz, Konzentration, DatumDrei Monate später steht man sonst vor unbeschrifteten Röhrchen.
  • Lichtgeschützt lagernEinzelne Aminosäuren sind lichtempfindlich, allen voran Tryptophan.

Das schadet

  • Kräftig schüttelnScherkräfte und Schaum fördern Aggregation. Langsam schwenken oder stehen lassen.
  • Mehrfach einfrieren und auftauenJeder Zyklus belastet das gelöste Peptid, der Abbau summiert sich über die Versuchsreihe.
  • In der Kühlschranktür lagernDort schwankt die Temperatur bei jedem Öffnen am stärksten.
  • Im heißen Wasserbad auftauenZu schneller Temperaturanstieg. Im Kühlschrank oder in der Hand auftauen.

Häufige Fragen zur Lagerung

  • Woran erkenne ich, dass ein Vial nicht mehr in Ordnung ist?

    Ein zusammengefallener, klebriger oder verfärbter Kuchen deutet auf Feuchtigkeitseintrag oder eine unterbrochene Kühlkette hin. Ein lockerer, weißer Kuchen ist das Normalbild. Sichtbare Trübung oder Flocken nach der Rekonstitution sprechen für Aggregation.

  • Das Paket kam warm an — ist der Inhalt hinüber?

    Lyophilisierte Peptide vertragen kurze Transportzeiten bei Raumtemperatur. Kritisch wird es bei Tagen statt Stunden oder bei Temperaturen deutlich über 25 °C. Im Zweifel dokumentieren Sie den Zustand bei Erhalt und melden sich beim Support.

  • Wie lange hält eine angesetzte Lösung?

    Als Richtwert zwei bis vier Wochen im Kühlschrank, mit bakteriostatischem Wasser eher am oberen Ende. Der Wert ist stark substanzabhängig — für längere Versuchsreihen empfiehlt sich Einfrieren in Aliquots.

  • Steriles oder bakteriostatisches Wasser?

    Bakteriostatisches Wasser enthält 0,9 Prozent Benzylalkohol und hemmt Keimwachstum — sinnvoll, wenn ein Vial über Tage mehrfach angestochen wird. Steriles Wasser ist bei Abfüllung keimfrei, bietet danach aber keinen Schutz und ist für die einmalige Entnahme gedacht.

  • Darf ich das Vial bei −80 °C lagern?

    Für lyophilisierte Substanz ist das unproblematisch, bringt gegenüber −20 °C aber meist keinen messbaren Vorteil. Bei gelösten Peptiden ist der entscheidende Faktor ohnehin die Zahl der Frost-Tau-Zyklen, nicht die Tiefe der Temperatur.

Alle Angaben sind Richtwerte für den Laborbetrieb und beziehen sich auf die Lagerung, nicht auf eine Anwendung. Maßgeblich ist im Zweifel das Analysezertifikat der jeweiligen Charge.